///Memories///

ältere festgehaltene Sachen.

 

Unbenannt an Unbekannt:
Starving for attention...
Kennst du das Gefühl, wenn du wanderst und weißt das dich trotzdem jeder erkennen wird?
Weißt du wie es ist, alleine zu sein, ganz alleine?
Weißt du wie es ist beherrscht zu sein, von essen, Perfektionismus und Verlangen?
Weißt du wie es ist hungrig zu sein, ohne essen zu können?
I'm starving for attention...
Kennst du den Hunger, den unstillbaren, nach Liebe und Vertrauen?
Kennst du ihn?
Seine Shilouette hebt sich von den anderen ab, sein Denken, das Bedürfnis nach Schwerelosigkeit.
Die primitivste Denkweise beherrscht er perfekt, assoziiert er doch Schwäche mit Nachkommen der Bedürfnisse.
Das Überschreiten der Grenzen ist sein tagtägliches Lieblingsspiel.In einem Moment steht er auf, im nächsten liegt er schon wieder am Boden.
"Es ist nicht schön, zu wissen das man langsam stirbt und doch bin ich gezwungen weiterzumachen..."
Der Wind, ein Freund, so schön ,so frei.
Ein Hauch, seine Berührungen, die Berührungen beider.
Ein Hauch, der Traum.
Ein Hauch, sein einziger Wunsch.
Und irgendwann Erlösung.
Irgendwann das Ende. 

{Irgendwann 2006}

 

Notizbuch
Ich habe mir ein Notizbuch gekauft.
Es ist klein und weiß, mit grauen kleinen Herzen drauf.
Mir gefällt es eigentlich gar nicht, aber es ist auch nicht wichtig.
Dir wird es sowieso nicht gefallen.
Man kann es dir nie recht machen.
Du bist krank, aber es ist mir egal.
Ich möchte dir schreiben,aber ich kann nicht.
Ich möchte schreiben, das ich dich mag.
Ich will schreiben ,das ich dich vermisse.
Aber ich vermisse dich nicht.
Stattdessen schreibe ich nur: Stirb doch einfach!
Quer über die Seiten, mit roter Tinte.
Mit schwarzen Stiften...
Ich hasse dich!
Du gehörst nicht zu mir.Du hast nie zu mir gehört.
Ich gehöre auch nicht zu dir.
Du hast mich nie verstanden.
Du wolltest es noch nicht mal.
Hast nie auch nur so getan.
Und dafür verachte ich dich...
Und verbinde immer noch so viele schöne Erinnerungen mit dir.
Ich halte es hilflos in den Händen, das kleine weiße Notizbuch.
Verwirrt starre ich auf die Herzchen und schlucke.
Wie weit hast du mich nur getrieben?
Ich reiße die Seiten aus dem weißen Ringbuch.
Ohne nachzudenken.Ohne innezuhalten.
Nur die Tränen laufen unhaltsam meine Wangen hinab.
Sie wollen einfach nicht aufhören.
Deshalb reisse ich weitere Seiten heraus.
Eine nach der anderen.
Bald bin ich umgeben von einem Meer aus Blättern.
will ich schreien.
Aber ich kann nicht.
Du siehst es sowieso nicht.
Du würdest es nicht mal gesehen ,wenn ich mich so wie jetzt vor dich stellen würde.
Tränen laufen weiter, immer weiter über meine Gesicht.
Sie tropfen auf den Boden und hinterlassen Flecken auf dem dunklen Teppich.
Wie hässlich ich bin.
Am liebsten würde ich den Spiegel vor mir zertrümmern.
Ich mag mich nicht mehr sehen.
Das Notizbuch fliegt gegen den Spiegel.
Ich habe es fortgeworfen.
Der Spiegel zebricht.
Seltsam.
So schwach hatte ich ihn gar nicht eingeschätzt.
Aber ich werde auch nie als schwach eingeschätzt.
Ich spüre wie die Wut ihn mir aufflammt, immer stärker, immer wilder.
Ich bin nur wütend.
Morgen früh werde ich aufstehen, eine Karte und Blumen kaufen.
Ich werde zu dir fahren und dir sagen wie gern ich dich habe.
Ich werde lächeln.
Und dir heimlich den Tod wünschen.
[Selbst wenn ich mich mein Leben lang dafür hasse]
 

{Ende 2007}

 

 

Wer bin ich?

Wer bin ich?

Eine Figur?
Auf einem Boot?
In den Wellen?

Wellen
die mein Leben bestimmen?

Die mich wanken
und zittern lassen?

Wellen verwirren nur und ängstigen.
Aber wer würde sonst mein Leben bestimmen?

Wo ich nicht weiß wer
oder was
ich bin.

Bin ich ein Boot?
Ein Ruder
oder die Welle?

Das Ruder?
das keine Richtung kennt?

Das Boot
das nicht steuern kann?

Die Welle
die ich nicht sein will?

Weil ich mich nicht traue zu lenken.
Denn vielleicht würde ich einen Fehler machen
Den mir niemand verzeiht?
Aber habe ich das nicht schon?

Bin ich eine Welle?
Oder nichts?
 

{Anfang 2007}

 

Es heißt jetzt wäre keine Zeit um zusammenzubrechen.
Aber wann kommt diese Zeit dann?
Wenn ich jetzt keine Schäden & Schmerzen zeigen darf
nur um den Schein zu wahren,
Wann kommt diese Zeit dann?
Wenn keine Zeit mehr bleibt?
Wenn alles zertrümmert ist?
Alles vergessen?
Wo ist der Retter der tapferen Prinzessin?
Wer rettet sie aus ihrem finsteren Verlies,dem hohen Turm, aus der gefährlichen Schlangengrube?
Siehst du nicht wie alles auseinanderfällt?

Du hast Recht, heute ist vielleicht nicht die Zeit um zusammenzubrechen.
Aber wenn ich sie mir bald schon nehme,
vielleicht morgen, wie werdet ihr euch dann verhalten?
Wenn ich euch den Boden unter den Füßen wegziehe? 

{Anfang 2008}

 

Eine Art Kurzgeschichte

Es ist still unter all den Menschen.Nachdenklich fährt sie mit den Fingerspitzen über die glatte, kalte Oberfläche der Glasscheibe.
Die Landschaft zieht an ihre vorbei,verschwimmt zu einem Meer aus sanften Farben.
Ihr Blick verfängt sich irgendwo in der Ferne und ihre zierlichen Finger verkrampfen sich.
Jetzt bloß nicht aufgeben! Du musst den Schein wahren! Mach bloß kein Theater

Die Musik dröhnt in ihren Ohren, so als wolle sie beweisen das sie nichts hört, auch wenn gar nicht gesprochen worden ist.
Als sie aufsteht und zur Türe des kleinen Zuges geht,umfängt sie der altbekannte Schwindel.Wie ein alter Bekannter durchkreuzt er ihre Gedanken und lässt sie schwanken.
Unauffällig lehnt sie sich an die Fensterscheibe der Türe.
Kleine Schweißtropfen entstehen auf dem kindlich wirkendem Gesicht.
Unruhig schweifen ihre Blicke hin und her, verfangen sich in dem unverhohlenem Starren einer alten Frau, die sie mit ihren vom Alter verschleierten Augen beobachtet.
Unruhig lächelnd drückt das Mädchen auf den Halteknopf und springt, noch bevor die Zugtüre sich vollkommen geöffnet hat aus dem Abteil.
Bloß weg von hier.
Mit zusammengebissenen Zähnen erkämpft sie sich jeden Meter bis zu ihrem Haus.
Mit fliegenden Händen gräbt sie in der grauen Umhängetasche nach dem Haustürschlüssel.
Endlich, gefunden.
Sie schließt die Türe auf und tritt geräuschlos in den Flur.
Niemand ist zu Hause, außer ihr.
Zitternd sinkt sie an der Wand entlang zu Boden.
Das war knapp.Zu knapp.
Beinahe wäre alles kaputtgegangen noch bevor sie richtig in fahrt gekommen war.
Sowas durfte nicht passieren.
Ihr Atem beruhigte sich langsam ,und als ihre Mutter mit Unmengen von Einkaufstüten nach Hause kommt kann sie schon wieder lächeln, beim Ausräumen helfen.
Ein liebes Mädchen sein.
{Anfang September 08.
  }

 

Das Wasser plätschert leise,immer weiter verschwindet es im Abfluss. Sie verzieht das Gesicht, schüttelt den Kopf und verbirgt das Gesicht in den Händen. Es ist ekelhaft ,lässt sie noch schwächer erscheinen. Fast schon gierig trinkt sie aus einem großen Glas, welches sie vorher mit Wasser hat vollaufen lassen. Schüttelt den Kopf und setzt sich auf. Ihre Gedanken beginnen eigene Wege zu gehen, sie kann nichts dagegen machen. Sie versucht es auch gar nicht, denn jetzt muss sie sich konzentrieren. Lange Zeit bleibt nicht, aber dennoch muss sie vorsichtig sein, leise. Niemand darf etwas bemerken. Das nächste Lied erklingt, erfüllt das Badezimmer und sie lächelt still. Dann geht alles von alleine, ihre Finger finden ihren Platz in ihrem Hals und der Reflex ihres Magens ist wie ein alter Bekannter, ein zuverlässiger Freund. Dabei kann sie ihre Gedanken nicht kontrollieren, ihr schwirrt der Kopf vor Hass auf sich selbst und Verachtung der eigenen Schwäche. Tagtäglich beweist sie ihre eigene Unfähigkeit, ihre Wertlosigkeit. Alleine schon der aufgequollene Körper zeigt ihr tagtäglich das sie NICHTS ist. NICHTS. Ausdruckslos. Ohne Ausstrahlung oder besonderes Können. Wenn sie wenigstens dünn wäre, zierlich, zerbrechlich. So wie sie sich eben wirklich fühlt. Dafür arbeitet sie tagtäglich, nicht für irgendwelche Schönheitsideale oder Traummaße. Ideal ist nicht ihr Ziel. Wie klingt das denn, ideal? Ideal von was und für wen? Sie hat ihre eigenen Vorstellungen. Illusionen von Knochigkeit,vom Kantig sein. Nicht nichtssagend. Dann würde sie endlich etwas aussagen, etwas beweisen. Verzweifelt schnappt sie nach Luft und beißt sich in die Handfläche, schließt die Augen und wartet darauf das ihre Gedanken wieder klarer werden. Entschlossen schiebt sie die Hand noch etwas weiter in den Hals. Ein kurzer Krampf lässt ihren gesamen Oberkörper erschaudern ,sie fühlt sich leicht. Sie fühlt sich gut.Ein leises Seufzen und sie stellt das Wasser ab, steht auf und krallt sich mit den Fingern in den Fugen der gefliesten Wand fest. "Vorsichtig" murmelt sie leise und wartet bis der Schwindel langsam abebbt. Bis es aufhört sich um zu herum zu drehen. Ein leises Summen erfüllt den Raum, sie schaltet die Musik aus und zieht sich an. Dann öffnet sie die Türe und verschwindet in ihrem Zimmer.
Dezember 2008
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